Redaktioneller Content als Waffe gegen Ad-Blocker

Redaktioneller Content als Waffe gegen Ad-Blocker

Für Werber und Publisher sind sie ein Albtraum, für User ein Tool der Selbstbestimmung. Statt den Kampf gegen Ad-Blocker aufzunehmen, sollten Werbetreibende auf relevante Inhalte setzen.

Werbung im Internet kann nervtötend sein. Besonders Pop-ups, die gerade dann auftauchen, wenn man dabei ist, ein Video anzuschauen oder einen Artikel durchzulesen, stören die Nutzer. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Studie, die für das Marktforschungsinstitut Research Now im Auftrag der Videowerbeplattform Teads durchgeführt wurde. 80 Prozent der Ad-Blocker-Nutzer gaben dabei an, dass Pop-ups der Hauptgrund für die Installation seien.

Für jeden zweiten deutschen Ad-Blocker-Nutzer sind daneben Pre-Roll-Videoanzeigen, die man sich ansehen muss, bevor man zu den eigentlichen Inhalten gelangt, die aufdringlichste Form der Werbung überhaupt. Das erstaunlichste Ergebnis der Umfrage: Acht von zehn Deutschen würden auf Ad-Blocker verzichten, wenn sie selbst entscheiden könnten, wann und ob sie Onlinewerbung angezeigt bekommen.

Relevante Inhalte stärken die Marke

Doch was würde User dazu bewegen, Werbung nicht zu verbannen? Das Stichwort heißt: Relevanz. Hier bieten Native Ads, also redaktionell aufbereitete und in die Optik der Site eingepasste Werbebeiträge, echte Chancen. Eine von der Burda Forward GmbH im Jahr 2015 durchgeführte Studie zur Wirkung von Native Advertising ergab, dass User, die Native Ads gelesen haben, das werbende Unternehmen unbewusst im Nachhinein mit der Thematik des Textes verbinden. Bei positiver Resonanz stärkt das die Markenpräsenz. Zudem nehmen 39,2 Prozent der Befragten als Schlussfolgerung nach dem Lesen einer Native Ad die beworbene Marke als Experten wahr.

Die Qualität entscheidet

Eine positive Resonanz ist dabei von der Qualität des Native Ads abhängig. Sowohl für Werbetreibende als auch für Publisher wird es folglich immer wichtiger, die Meinung der Internetnutzer zu kennen und zu respektieren. Einen wirklichen Mehrwert bieten nur echte Native Ads, die individuell auf die Zielgruppe des Publishers zugeschnitten und direkt im Content Management des Publishers verankert sind. Im Ergebnis sollte Werbung entstehen, die nicht nervt. Denn nur so wird Native Advertising auch in Zukunft Bestand haben.

Werber haben die Zukunft selbst in der Hand

Native Ads werden in der Regel nicht durch Ad-Blocker ausgeblendet, da sie, wie es Ben Williams von Eyeo (Adblock Plus) erklärt, den aktuellen Anforderungen für „Acceptable Ads” entsprechen und daher auf die Whitelist gesetzt werden. Ein Grund mehr, auf Native Ads zu setzen. Allerdings gibt es auch hier einen Haken, denn Adblock Plus-Nutzer entscheiden selbst, ob sie die Whitelist akzeptieren oder ebenfalls blockieren wollen. Spätestens dann, wenn auch Native Ads vermehrt zum Störfaktor werden – weil sie nur vorgeben, „native” zu sein und häufig über Drittanbieter auf vielen Websites gleichzeitig ausgespielt werden –, werden User derartige Whitelists nicht länger akzeptieren.

Es ist Zeit umzudenken

Ad-Blocker werden bleiben, das verdeutlichen auch die erfolglosen Klagen der Medien- und Verlagshäuser ProSieben, Sat1, RTL und der Süddeutschen Zeitung. Laut dem Landgericht München ist es legal, Werbung auf frei zugänglichen Webseiten zu blocken, da es keinen Vertrag gibt, der den Nutzer zum Konsumieren der Werbung verpflichtet. Für Unternehmen bedeutet das: Umdenken und relevanten Content produzieren, der Spaß macht oder dem User einen spezifischen Nutzen bietet.

Want more? Sign up for the Native Advertising Institute Newsletter and get weekly insights and news from the people who live and breathe native advertising.

Photo credit: Flickr/Seattle Clouds

Leave a Reply